Wenn man den Gerüchten, mitte 1995 im Gebiet rund um Ahuano glauben schenken wollte, so sollten verschiedene Erdölgesellschaften vor der Türe stehen. Die ehemalige ETH-Studentin Heidi Krapf versuchte in ihrem Praktikum diesem Gerücht unter erschwerten Bedingungen (kein Telefon, Fax, e-mail...) auf die Spuren zu kommen.
Bald war klar, dass die amerikanische Erdölgesellschaft ORYX ihre seismischen Untersuchungen (zur Ueberprüfung, ob sich "schwarzes Gold" finden lässt) z.T. auch im Schutzwald der GSR geplant hatte. Schutzgebiet hin oder her: nach ecuadorianischer Ansicht ist alles unter der Erdoberfläche liegende Staatsbesitz und kann an Erdölgesellschaften verkauft werden.
Dennoch können die Erdölgesellschaften nicht frei agieren, wenn sie einmal im Besitz des unterirdischen Terrains sind. Strenge staatliche Vorschriften verlangen eine ausführliche Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Das grosse Problem liegt aber beim Vollzug: Da sollte ein Staatsangestellter innerhalb von knapp zwei Wochen zwei prallgefüllte Bundesordner zur UVP der Erdölgesellschaft bewältigen. Da ist's nicht weit her, das hohle Händchen hinzuhalten und dafür im Beamtensessel zurückzulehnen...
Zähe Verhandlungen von Seiten der Praktikantin mit der Erdölgesellschaft haben das Schlimmste verhindern können: eine seismische Linie mitten durch den amaZOOnico.
16.08.2003 / © 1999-2012 amaZOOnico