
Der Kampf um die Strasse
Die Zerstörung des tropischen Regenwaldes ist seit Jahren in den Schlagzeilen, und doch scheint sich die Lage nicht zu entspannen. Die biologische Vielfalt dieser Wälder zu erhalten wird immer dringender und wichtiger, darüber ist man sich weltweit einig.
Leider werden immer noch jedes Jahr mehr als 11 Mio ha Primärwald zerstört. Auch in Ecuadorianisch Amazonien, ein Regenwald mit einer der weltweit höchsten Biodiversitäten, ist diese Entwaldung erschreckend.
Als verantwortungsbewusster Mensch möchte man helfen, auch wenn es auf ersten Blick fast unmöglich erscheint, dass man als Einzelperson etwas bewegen könnte. Doch:
steter Tropfen höhlt den Stein
Ziel und Zweck
- Erhaltung und Schutz des Regenwaldes
- Wiederaufforstung bereits zerstörter Teilflächen des Regenwaldes
- Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes zur nachhaltigen Nutzung dieses fragilen Oekosystems in der Gemeinde Ahuano, Kanton Tena, Provinz Napo, Ecuador
Vorgehen
Die Genossenschaft gibt Anteilscheine zum Nennwert von 1000 Sfr heraus.
Mit diesem Geld werden vor Ort in Ecuador besonders von der Abholzung gefährdete Grundstücke gekauft und überwacht.
Es entstand im Laufe der letzten 6 Jahre ein zusammenhängender Wald von 864 Ha (Stand 01.06.1999) welcher der GSR gehört.Das Fernziel beträgt rund 1400 Ha.
Verantwortung
- Verantwortlich für Ziel und Zweck der GSR ist der Verwaltungsrat in der Schweiz:
Präsident: Siegfried von Steiger
- Für rechtliche Fragen in Ecuador zeichnet die Juristin
Dra. Maria Salgado Silva, Calle Garcia Moreno 609, Sangolqui, Ecuador
- Für die Ausführung und Überwachung des Projektes im Gebiet ist verantwortlich
Dipl. Ing. Agr. ETH Angelika Raimann
Was wurde bis jetzt erreicht?
864 ha Regenwald gehören der GSR, zusätzliche 251 ha Wald gehören Privatpersonen und Organisationen, die sich ähnlichen Zielen verschrieben haben und ihren Wald durch die GSR schützen lassen, das heisst, dass insgesamt 1115 ha Wald geschützt sind.
573,65 ha wurden im September 1995 vom ecuadorianischen Staat als Schutzwald annerkannt.
Schutz gegen Jagd und Holzschlag
Auf den 1115 ha Wald ist es nicht erlaubt zu holzen und zu jagen. Früchtesammeln und schneiden von Lianen zum Korbflechten sowie ernten von Medizinalpflanzen dagegen ist erlaubt. Die Indiogemeinschaft von Ahuano steht zu diesen Verboten. Der Wald ist jedoch weit über die Grenzen von Ahuano hin bekannt und gilt als sehr wildreich. Unser Waldhüter musste schon einer Hochzeitsgesellschaft aus Archidona (60 km antfernt) erklären, dass es ihnen nicht erlaubt sei, bei uns für ihr Fest zu jagen. Das Jagd- und Fällverbot können wir nur durchsetzen, weil wir vom Staat als Schutzwald annerkannt sind.
Was passiert in der Praxis, wenn wir Probleme mit Jägern, Holzfällern oder Invasoren haben?
- Jäger werden das erste Mal höflich vom Waldhüter aufgeklärt, dass es nicht erlaubt ist, im Schutzwald zu jagen. Wenn sie ein zweites Mal ertappt werden, besucht sie Remigio Canelos um ihnen den Gedanken Schutzwald zu erklären. Sollte das noch nicht reichen, werden sie zum Bürgermeister von Ahuano zitiert. Soweit kam es bis jetzt nur einmal.
- Holzfäller sind meistens professionelle, nicht Einheimische. Da hilft höfliches Erklären wenig. Da alles extrem schnell passieren muss, versuchen wir erstmal, das von ihnen gefällte Holz selbst abzutransportieren über Nacht, das entmutigt sie meistens. Oder wir schalten über das INEFAN die Luftwaffe ein. Es muss jedoch alles sehr schnell gehen, was bei den hiesigen Kommunikationsmöglichkeiten (kein Telefon!) nicht einfach ist.
Positiv zu vermerken ist, dass wir nicht oft Probleme haben, da wir langsam bekannt dafür sind, dass wir sofort merken, wenn etwas schief geht, und uns zudem wehren. Das entmutigt die Holzfäller, und sie suchen sich andere leichtere Opfer.
Das Problem Strasse
Anfangs war der Schutzwald nur über den Fluss zu erreichen. Seitdem 1997 die Strassetrotz grossem Widerstand quer durch unser Schutzgebiet gebaut wurde, haben wir vehrmehrt Probleme mit Wilderern, Holzfällern und Invasoren.
Eine neue Heimat für die Tiere der Wildtierauffangstation amaZOOnico
Die wieder ausgewilderten Tiere des amaZOOnicos finden im Schutzgebiet der GSR eine neue, sichere Heimat.
Oekotourismus
Vernünftiger Oekotourismus ist sehr wichtig, um den Leuten zu zeigen, dass man auch durch die Erhaltung der Natur Geld verdienen kann und im Gegensatz Ausbeutung (Jagd, Abholzung, ... ) das Einkommen auch für neue Generationen langfristig sichert.
- Liana Lodge
Ein privates Projekt von Remigio und Angelika, welches mittelfristig zur Finanzierung der Projekte beitragen wird.
- Runa Huasi
Die GSR überschrieb der Indiogemeischaft 1 ha Land am Ufer des Rio Arajuno, damit sie dort eine kleine Touristenlodge aufbauen konnte. Das Projekt läuft nun schon seit mehreren Jahren und ist erfolgreich.
Die Gemeinschaft verwaltet und organisiert dieses Projekt selbständig. Die GSR begleitet die Gemeinschaft in der Organisation und in der Durchführung. Als Gegenleistung verspricht die Gemeinschaft, auf Jagd und Holzschlag im Territorium der GSR zu verzichten.
Nachhaltige Nutzung- warum?
Nur was ein Ueberleben ermöglicht, wird respektiert und geschützt. Wir möchten belegen, dass eine Nutzung des Waldes ohne ihn zu zerstören auf lange Frist möglich ist. Es rentiert mehr, den Wald stehen zu lassen und ihn nachhaltig zu nutzen, als ihn abzuholzen und für wenige Jahre in Weide zu überführen wie es von den Siedlern praktiziert wird.
Was für nachhaltige Nutzungen des Regenwaldes sind denkbar?
Jetzt schon praktiziert:
- Ernte von Medizinalpflanzen
- Oekotourismus (amaZOOnico, LianaLodge und RunaHuasi)
- Sammeln von Früchten
- Ernten von Rüsselkäferlarven (wird gegessen, grosser Markt vorhanden)
Für die Zukunft nach vorausgehender Studie:
- Kontrollierte Jagd (grosser Wunsch seitens der Indiogemeinschaft)
- Bewirtschaftung von gewissen Baumarten)
Was sind unsere Fernziele?
Schliessen der noch vorhandenen Lücken im Schutzwald. Folgende Grundstücke möchten wir noch erwerben, in der Reihenfolge der Priorität:
- Finca 15, Christobal Toalombo, Kostenvoranschlag 10.000 Sfr
- Finca 19, Kostenvoranschlag 10.000 Sfr
- Finca 20, Kostenvoranschlag 10.000 Sfr
- Finca Vargas, Kostenvoranschlag 4000 sfr
- Finca Medina, Kostenvoranschlag 5000 Sfr
- Finca dazwischen, Kostenvoranschlag 7000 Sfr
- Fincas 19, 18, 17 und 16, Miranda 1.Linie, Kostenvoranschlag total 40.000 Sfr
Ab dem Jahr 2005 dürfte Liana Lodge soweit sein, dass es einen Teil der laufenden Kosten von GSR übernimmt.
Wie kann ich helfen?
Am besten, Sie werden Genossenschafter bei der GSR. Melden Sie sich doch bitte bei unserem Präsidenten Siegfried von Steiger.
Aber auch durch die Arbeit als Volontär rsp. Volontärin oder mit kleinen Spenden können wir mit Ihrer Hilfe in Ecuador sehr viel bewirken, denn hier ist alles viel billiger als in Europa!
16.08.2003 / © 1999-2010 amaZOOnico