amaZOOnico - geführte Tour 2002
Foto: Simi Rutishauser, 2002 Meistens lümmeln beim Souvenirshop schon einige der jungen Wollaffen herum und erwecken die Aufmerksamkeit der Touristengruppen. Kongo, ein junger Wollaffe, hat ziemlich viel Babyspeck und wird liebevoll auch oft "Fussball" genannt. Olga und Samson, ebenfalls junge Wollaffen, halten sich eher im Hintergrund, im Gegensatz zu Ivan, der sich am liebsten von einem Ast herunter auf die Volontäre stürzt und das selten auch mal bei Touristen versucht. Dies ist jedoch nicht die Idee. Wir wollen, dass sich die Tiere möglichst wenig an Menschen gewöhnen, und vor allem nicht an den Touristen hochklettern. Es mag ja herzig aussehen so einen Affen auf der Schulter zu haben, es sind aber trotz allem Wildtiere, die einen auch mal an der Haaren reissen oder gar beissen können, wenn man sich nicht richtig verhält. Oft sind auch die jungen Goldstirnklammeraffen beim "Vet-Häuschen" am Rumturnen und lenken die Besucher davon ab, die anderen Gehege zu betrachten.

Im ersten Gehege sind die Tukane. Zwei Arasaris, die eigentlich von der Küste stammen, wurden zusammen mit vielen anderen Tieren von einem Zoo in Ibarra gebracht, der geschlossen wurde, weil er die Tiere unter jämmerlichsten Umständen hielt. Da diese Arasaris (kleine Tukanart) ähnlich aussehen, wie solche des Oriente, kamen sie fälschlicherweise zum amaZOOnico. Da sie nicht aus der Gegend sind, kann man sie nicht freilassen. Ebenfalls aus diesem Zoo stammt ein weiterer Tukan, der zusammen mit zwei anderen kam, die bereits freigelassen wurden. Wenn seine Flügel wieder ganz o.k. sind, sollte er auch freigelassen werden können. Und dann ist da noch Sam, der Weisskehltukan. Der Herr weiss, dass er schön ist und benimmt sich entsprechend. Da er alles und alle ärgert, kann er nicht draussen sein. Sollte er einen grösseren Affen ärgern, könnte es sein, dass er ganz bös zweiter macht.

Foto: Simi Rutishauser, 2002

Nun geht's endlich mal richtig los. Zuerst gelangt man zu einem grossen Vogelgehege. Dort leben verschiedene Papageien: Zwei grosse bunte Scharlacharas, Blaukopfpapageien, die sprachbegabten Amazonen und zwei Schwarzkopfpapageien. Ebenso ist dort ein Goan (Pava del Monte) beheimatet, ein truthahnähnlicher grosser Vogel. Papageien kann man leider nicht mehr auswildern, da sie sich zu sehr an den Menschen gewöhnt haben. Sie würden direkt wieder zu Menschen fliegen. Und im Falle der geschützten Aras wäre es ein leichtes, diese einzufangen und wieder auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.

Foto: Simi Rutishauser, 2002

Weiter geht es nun bei dem alten leeren Tapirgehege vorbei (Gerüchte behaupten es würden dort junge Kaimane im Wasser leben...) zum nächsten Gehege, auch dies ein grosses Gehege für Vögel. Hier leben weitere Papageien, u.a. ein Grünflügelara, eine Ararauna (gelbblauer Ara), Kobaltflügelsittiche, diverse Amazonen und ein kleiner Tukan, die kleinste Art des Oriente. Meistens muss man mit den Augen das Gehege absuchen, bis man ihn entdeckt. Wenn man Glück hat, und die Amazonen gerade in der richtigen Stimmung sind, hört man sie auch plappern, Worte wie "Hola", "Hasta luego" und sogar "cerveza, dos cervezas"... Manchmal fliegen die Amazonen auch neugierig zum Käfigrand und begrüssen die Leute direkt mit einem "Hola".

Foto: Simi Rutishauser, 2002

Nun geht es weiter zu Felina. Das Jaguarundi hat seit geraumer Zeit ein besseres Gehege und scheint sich dort sehr wohl zu fühlen. Die kleine Wieselkatze ist sehr neugierig und kommt meistens ans Gitter um zu schauen, wer da ist.
Im grossen Gehege dahinter leben Johann und Otello, zwei ausgewachsene Klammeraffenmännchen. Davor allem Johan angefangen hatte, andere Affen zu attackieren (und unter anderem auch einen Brüllaffen auf dem Gewissen hat) musste er eingesperrt werden. Ebenfalls in diesem Gehege lebt Hank, ein Paka. Er verbringt die meiste Zeit in seinem Baumstamm und kommt nur selten hervor.
Gleich daneben hausen die drei Halsbandpekaris. Die Nabelschweine sind gute Abfallverwerter. Sie fressen genüsslich sämtliche Essensreste, auch die des Hotels Liana Lodge. Da sie aber ein weitläufiges Gehege haben, kann es schon auch sein, dass man sie auf einer Tour gar nicht antrifft.

Foto: Simi Rutishauser, 2002

Je nach Zeit und Interesse der Besucher kann man einen Abstecher zu den Agutis und den Wickelbären machen. Die Agutis sind grosse scheue Nagetiere. Die Wickelbären liegen meistens zusammengekuschelt in ihrem hohlen Baumstamm und schlafen, da es nachtaktive Tiere sind.
Nun geht es weiter durch den Regenwald zum Kaiman und zu den Wasserschildkröten. Am schönsten ist es, wenn sich die Schildkröten auf einem Baumstamm sonnen, und auch der Kaiman am Ufer liegt und Wärme tankt. Nur weiss man das nie genau. Es kommt oft vor, dass der Kaiman abwesend ist und die Schildkröten auch gerade keine Lust haben, sich zu posieren.

Foto: Simi Rutishauser, 2002

Das letzte Gehege ist am weitesten entfernt, aber der Weg lohnt sich: Hier wohnen die drei jungen verspielten Ozelote Pablo, Paloma und Hobbes, der kleinste. Kaum zu glauben, dass es Leute gibt, die sich mitten in Quito so eine Raubkatze als Haustier (!) halten. Die scheuen Tiere werden wegen des schönen Fells gejagt, aber oft auch einfach erschossen, weil sie den Quichuas die Hühner klauen.

Foto: Simi Rutishauser, 2002

Nun geht es den ganzen Weg wieder zurück bis zum Souvenirshop. Auf dem Rückweg trifft man oft die kleinen Totenkopfäffchen, welche irgendwo in den Ästen herumturnen und nach Insekten suchen. Gleich neben dem Souvenirshop ist das Gehege der beiden Boas. Oft sind sie so verschlungen ineinander, dass man gar nicht erkennen kann, dass es sich um zwei Schlangen handelt. Ab und zu wird eine der Schlangen herausgenommen und wer sich traut, darf sie anfassen oder halten. Und manchmal erscheinen auch noch die Nasenbären, welche bei den Futtertischen der Affen nach Resten suchen und immer noch genügend vorfinden.

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