amaZOOnico - geführte Tour 1999
Foto: Frank Ziegler, 1999 Auf dem Weg zum ersten Gehege unterhalten uns die Trompetervögel mit ihren eigenartigen Lauten. In den Bäumen turnen Kapuziner und die neugierigen Totenkopfäffchen. Dann kommen auch Hägar, der junge Goldstirnklammeraffe und Brujo der Mönchsschweiffaffe. Je nach Lust und Laune klettern die Affen gerne auf den Besuchern herum, denn Neugierde ist nicht nur eine menschliche Tugend. Doch Achtung, wer nicht aufpasst sieht plötzlich einen der Affen mit seinem Hut oder seiner Brille in die Baumwipfel entschwinden.
Im Gehege vor dem Haus von Angelika und Remigio leben Wickelbären, Agutis und ein Paka. Auf dem Weg zu den Tapiren gesellen sich meist auch unsere Nasenbären zu der Gruppe. Die Besucher staunen oft nicht schlecht, wenn plötzlich Armin und Roswita unser Tapirpärchen auf Kommando aus dem Dickicht auftauchen. Sie teilen sich ihr grosses Gehege mit einem kleinen Kaiman, und drei Wasserschildkröten. Weiter geht's zum Jaguarundi. Mit etwas Glück treffen wir auch auf Moreno, Kika oder Churi unsere Wollaffen. Moreno ist der Chef der Affenbande und ein einziges Muskelpaket. Wir haben alle den nötigen Respekt vor ihm.

Das Jaguarundi lebt in einem im Moment noch zu kleinen Käfig. Da es mit Menschen aufgewachsen ist und diese als seine Artgenossen betrachtet können wir es leider nicht freilassen. Die meisten Wildkatzen sind im erwachsenen alter Einzelgänger und verteidigen Ihr Terretorium gegen jeden Artgenossen. Leider mussten wir diesbezüglich mit einem Ozelot eine schlimme Erfahrung machen. Der Käfig war oben nicht geschlossen. Nach vier Jahren ohne Probleme hat es plötzlich zwei unserer Arbeiter angegriffen und verletzt. Sobald wir genug Geld haben wird ein neues angemessenes Gehege gebaut. Wenn Sie wollen, dann helfen Sie mit ...

Als nächstes erwarten uns die beiden Goldstirnklammeraffen Johann und Pia welche zusammen mit unserer intelligentesten Äffin Boogi und einigen Agutis in einem grossen Käfig leben. Auch wenn es komisch tönt, aber Boogi ist eingesperrt, weil sie zu intelligent ist. Sie öffnet sogar Zahlenschlösser und verwüstete mit Vorliebe unsere Unterkünfte.

Sobald wir an sein Gehege kommen, reibt das Halsbandpekari zur Begrüssung seinen Kopf an unseren Beinen. Die beiden Eulen, welche wir danach besuchen schauen uns mit grossen Augen an, während ganz aufmerksame Besucher im Hintergrund vielleicht den Krabbenwaschbären bemerkt haben. Nach Bekanntschaft mit einer Falle und der darauf notwendigen Amputation einer Zehe hat der kleine scheue Kerl wieder eine gute Chance im Wald zu überleben, und soll deshalb demnächst ausgewildert werden. Er wird so gut es geht von den Touristen ferngehalten, damit er sich nicht an uns Menschen gewöhnt und seinen natürlichen Respekt nicht verliert.

Auf dem Rückweg kommen wir am Jungaffengehege vorbei. Im Moment halten sich da Toni und Tica, die beiden Wollaffen, sowie Mirco der Mönchsschweiffaffe, ein kleines Totenkopfäffchen, ein winziger Tamarin und ein verletzter Springaffe auf. Nach dem obligaten "Jööö" sind die süss geht es weiter zu den Boas. Dies sind die einzigen Tiere welche nur zu Demonstrationszwecken auf der Station leben. Alle anderen Tiere können aus verschiedenen Gründen nicht mehr ausgewildert werden oder kommen immer wieder zur Station zurück. Jeder Besucher darf die Boas anfassen und lernt so, dass Schlangen weder kalt noch glitschig sind und dass man keine Angst, jedoch wie vor allen Tieren, auch vor Schlangen, den nötigen Respekt haben muss. Es gibt keinen Grund Schlangen zu töten nur weil man sich vor ihnen fürchtet. Erstaunlicherweise gibt es kaum Besucher welche die Boas nicht wenigstens kurz mit dem Finger berühren.

Die letzte Station der Tour ist der "Kiosk". Hier können sich die Touristen ausruhen und etwas trinken. Wir hoffen natürlich, dass sie nicht nur ihre Eintritte bezahlen sondern auch T-Shirts und möglichst viele Gegenstände (Blasrohre, geschnitzte Kanus, Netztaschen, Lanzen, ... ) der Waorani und Quichuaindianer kaufen. Denn einerseits sind wir auf jede Einnahme angewiesen, andererseits tragen wir durch fairen Handel zur Erhaltung der traditionellen Handwerke der Indios bei. Wenn es den Touristen gefallen hat, dann gibt es auch die eine oder andere Spende. Auch mit wenig Geld können wir hier viel bewirken, denn alles ist viel billiger als in Europa. Falls Ihnen unser kleiner Exkurs gefallen hat, und auch Sie etwas beitragen möchten gibt es viele Wege mitzuhelfen.

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