FAQ - Auswildern von Tieren
Einleitung
In einer idealen Welt, könnte jedes Tier, welches im amaZOOnico ankommt, irgendwann wieder ausgewildert werden. Obschon die Menschen mit dem Auswildern die Idee von Freiheit und Wildheit in Verbindung setzen, kann es jedoch einzelnen Tieren, Tierarten oder dem ganzen Ökosystem Schaden zufügen. Es gibt eine Anzahl Gründe, wieso das Auswildern von Tieren eine schwierige Entscheidung ist.

Gibt es genügend Lebensraum?
Wenn ein Tier im amaZOOnico ankommt, dann hat es schon bis zu einem gewissen Grad Kontakt mit Menschen gehabt. Dies geht von einem kleinen Zeitraum zwischen dem Einfangen in der Wildnis und dem Beschlagnahmen der Polizei, über Tiere welche von Menschen aufgezogen wurden oder gar in Gefangenschaft geboren wurden, zum Beispiel als Haustier. Jeglicher Grad an menschlicher Interaktion mit dem Tier hat einen negativen Einfluss auf dessen Chancen in der Wildnis zu überleben. Wie gross der zugefügte Schaden ist hängt von den Umständen ab, aber für viele Tiere bedeutet es, dass sie nicht fähig wären, so zu leben wie es in ihrer Natur liegt. Tiere, die unter erbärmlichen Lebensumständen lebten und offensichtliche Grausamkeit erleiden mussten, leiden an den Folgen von Stress und physischen Verletzungen und können sich oft nie mehr wirklich erholen.

  • Einige Tiere haben ein natürliches Umfeld, welches grösser als die Schutzzone ist. Dies gilt für folgende Tiere: Grosse Tiere, wie Tapire. Sie durchqueren grosse Gebiete auf der Suche nach Futter; Raubtiere wie Katzen, die für die Jagd lange Strecken zurücklegen; und Vögel, die sehr beweglich sind und leicht in neue Reviere kommen. Diese Tiere werden die Schutzzone regelmässig verlassen und so zu einer leichten Beute für die Jäger.
  • Das Reservat wird seit beinahe einem Jahrzehnt geschützt. Während dieser Zeit konnten sich einige Tierpopulationen so weit erholen, dass der Bestand auf einem natürlichen Level ist. Führt man zusätzliche Tiere ein, so gibt das Probleme. Viele Tiere leben extrem territorial, und wenn man neue Tiere in ihrem Revier aussetzt, gibt es Konflikte. Im besten Fall ist das Schicksal des Verlierers, sich in ein wenig bewohnbares Gebiet zurückzuziehen, im schlimmsten Fall bedeutet es den Tod. Für alle Tiere stellt ein wieder ausgewildertes Tier eine Konkurrenz für Futter und andere Ressourcen dar, und bringt perfekte gesunde Populationen in Stress.
  • Die Tiere varieren von Gegend zu Gegend und die Einführung von Tieren aus einer anderen Gegend kann die genetische Vielfalt der ganzen Art verkleinern.
  • Für das ungeschulte Auge sieht jeder Teil des Regenwaldes ziemlich gleich aus, aber er enthält eine grosse Anzahl verschiedener Lebensräume. Trotz der Grösse von Selva Viva enthält das Gebiet nicht die ganze Anzahl verschiedener Lebensräume, welche in ecuadorianisch Amazonien vorkommen. Deshalb könnten einige, von speziellen Lebensräumen abhängige Arten, dort nicht überleben, wenn sie ausgewildert würden.

Ist das Tier ans Überleben in der Wildnis angepasst?
Wenn ein Tier im amaZOOnico ankommt, dann hat es schon bis zu einem gewissen Grad Kontakt mit Menschen gehabt. Dies geht von einem kleinen Zeitraum zwischen dem Einfangen in der Wildnis und dem Beschlagnahmen der Polizei, über Tiere welche von Menschen aufgezogen wurden oder gar in Gefangenschaft geboren wurden, zum Beispiel als Haustier. Jeglicher Grad an menschlicher Interaktion mit dem Tier hat einen negativen Einfluss auf dessen Chancen in der Wildnis zu überleben. Wie gross der zugefügte Schaden ist hängt von den Umständen ab, aber für viele Tiere bedeutet es, dass sie nicht fähig wären, so zu leben wie es in ihrer Natur liegt.
Tiere, die unter erbärmlichen Lebensumständen lebten und offensichtliche Grausamkeit erleiden mussten, leiden an den Folgen von Stress und physischen Verletzungen und können sich oft nie mehr wirklich erholen.

  • Tiere welche fehlernährt oder in zu kleinen Käfigen gehalten wurden können sich oft nicht richtig entwickeln. Jäger brechen den Vögeln, die sie für den Schwarzmarkt einfangen, oft die Flügel. Diese werden nie mehr fliegen können. Gestresste Tiere sind auch viel anfälliger für Krankheiten.
Noch problematischer als die physischen Schäden der Tiere sind oft die Veränderungen des natürlichen Verhaltens, die das Leben in Gefangenschat mit sich bringt.
  • Durch die intensive Jagd haben viele Tiere des Regenwaldes eine natürliche Angst vor Menschen entwickelt und fliehen oder verstecken sich, sobald sie ein menschliches Wesen entdecken. Wenn Tiere von klein auf von Menschen aufgezogen werden oder lange Zeit in menschlicher Obhut verbringen, verlieren sie diesen Instinkt. Werden sie ausgewildert, so endet das wahrscheinlich in einem schnellen Tod, da sie für illegale Jäger auch in einem Schutzgebiet leicht zu fangen sind; oft nähern sie sich den Menschen selber aus Neugierde.
  • Obschon Tiere mit einem natürlichen Instinkt zum Überleben geboren werden, lernen sie , wenn sie aufwachsen, auch von ihrer Umgebung. Raubtiere lernen zu jagen, indem sie ihre Mütter beobachten und mit den Geschwistern spielen, ihre Beutetiere lernen auf die selbe Art, wie sie Futter finden und wie sie Gefahren vermeiden können. Wenn Tiere in Gefangenschaft aufwachsen, können sie nie lernen wie sie ihr Futter finden oder Gefahren vermeiden und werden bald sterben. Diese Probleme sind im Falle von entwickelten Tieren wie Säugern schwerwiegend,da sie stark von gelernten Fähigkeiten abhängig sind; Reptilien sind zum Beispiel mehr vom Instinkt geleitet und haben bessere Chancen, sich an das Leben in freier Natur anzupassen.
  • Viele Regenwaldtiere sind hoch soziale Wesen, wie die menschliche Gesellschaft leben sie mit komplexen Verhaltensregeln. Ein gefangenes Tier mit ausgeprägtem Sozialverhalten wird es im Falle einer Auswilderung schwierig haben, eine Gruppe zu finden, in die es passt. Durch den Stress der Gefangenschaft entwickeln sie oft auch Probleme und können das Verhalten der Artgenossen nicht wirklich deuten. Einige Tiere, die von Meschen aufgezogen werden, betrachten diese als Artgenossen und sind unglücklich ohne menschliche Gesellschaft; sie können nie in eine Gruppe von Tieren eingegliedert werden.

Ist die Lokalbevölkerung davon betroffen?
Der AmaZOOnico baut auf eine gute Beziehung der Lokalbevölkerung um sicher zu gehen, dass die Leute die geschützte Natur von Selva Viva respektieren. Wenn ausgewilderte Tiere Probleme verursachen könnte dies die Beziehung gefährden. Wenn ein Tier, das wir ausgewildert haben, Hühner angreift oder von einer Plantage frisst, dann werden die Besitzer auf uns wütend und werden versuchen das Tier zu töten, (auch wenn sie unsere Arbeit respektieren) da es eine Bedrohung ihres Lebensunterhaltes ist. Dieses Problem ist besonders gravierend bei Tieren, die ihre natürliche Scheu vor Menschen verloren haben, da sie das Vieh der Leute viel dreister angreifen und auch nicht wissen, wie man Gefahren vermeidet.

Ist das Auswildern legal?
Einige unserere Tiere werden uns von der Polizei gebracht, welche sie aus illegalen Schmuggelaktionen beschlagnahmt hat. Die Polizei befolgt strikte Regeln im Umgang mit den konfiszierten Tieren, um sicher zu gehen, dass nicht plötzlich eines "fehlt". Während dies ein wichtiges Mittel gegen Korruption ist, verursacht es uns auch Probleme, wenn wir ein Tier auswildern wollen. Die Polizei macht Stichproben in den Stationen, um nach den Tieren zu sehen, die sie den Rettungssstationen gebracht haben. Wenn wir ein Tier freilassen, müssen wir beweisen, dass es im Wald ist; dies ist nur möglich, wenn wir die Tiere mit Sendern versehen, was sehr teuer ist.

Erfolg
Trotz der vielen Probleme, die im Zusammenhang mit der Auswilderung auftauchen, haben wir erfolgreich schon eine grosse Anzahl Tiere verschiedenster Tierarten ausgewildert. Viele Arten waren in der Gegend komplett verschwunden, und es gibt keine Konflikte mitwieder ausgewilderten Tieren.

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